Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Was nach dem Krieg möglich war und wie es heute ablaufen würde

Flag of the United NationsHeute, am 10. Dezember 2018 wird zum 70. Mal der Internationale Tag der Menschenrechte begangen. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte oder UN-Menschenrechtscharta wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet.

So weit die historische Tatsache. Stellt euch vor, es wäre nicht 1948, sondern 2018. Die USA wären schon im Vorfeld der Beratungen ausgestiegen, und in ihrem Gefolge hätte eine Reihe osteuropäischer Staaten nachgezogen. Trump hätte das Verbot der Folter als Eingriff in die Souveränität der USA verurteilt. Twitter würde überquellen mit Agitation gegen die Erklärung, gesteuert von Social Bots. In Deutschland würde die AfD Gift und Galle spucken und der rechte Flügel der CDU/CSU würde eine neue Diskussion auf dem Parteitag fordern. Rechte Medien äußerten die Befürchtung, dass die Menschenrechtscharta Deutschland für einen unkontrollierten Zustrom von Asylanten öffnen würde. Sahra Wagenknecht riefe die Linke zur Ablehnung auf. Die Bundesregierung hingegen würde für die Annahme der Erklärung werben: Diese sei ja nur ganz unverbindlich.

Ich weiß nicht, inwiefern meine Eltern und Großeltern damals in die Diskussion mit einbezogen waren. Ich glaube eher nicht. Ich nehme an, dass die Erklärung von politischen Repräsentanten vereinbart wurde, denen der Horror der vergangenen Jahre noch in den Gliedern steckte. Der Zeitgeist war ein anderer.


Allgemeine Erklärung der Menschenrechte


Heute haben in Marrakesch haben 164 Staaten den umstrittenen UN-Migrationspakt offiziell verabschiedet.